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Tiere im Winter

am 05. Januar 2012

Der Winter hält die Menschen in ihren warmen Häusern. Das Leben draußen in der Natur scheint still zu stehen. Ein Trugschluss!

Ein Blick in die heimischen und auch etwas weiter entfernten Wälder und Felder zeigt, wie unterschiedlich Tiere mit der kalten Jahreszeit umgehen. Es gibt dabei interessante Phänomene zu entdecken.

Farbe bekennen

Einige Wildtiere – vor allem in den kalten Regionen der Welt – passen sich dem Winter farblich an. Jahreszeitlich bedingt wechseln sie ihr Fell- oder Federkleid. „Tarnfarbe“ ist hier das Stichwort. Wenn im Winter die Welt vielerorts ganz anders aussieht als im Sommer – nicht mehr grün mit Laub, Gräsern und Büschen oder braun wie die Erde, sondern weiß –, dann legen sich diese Tiere eine Tarnfarbe zu.
So bekommen am Winteranfang beispielsweise Schneehase, Hermelin oder Polarfuchs nicht nur ein dickeres, sondern auch ein andersfarbiges Fell, oder Gefieder, ein weißes eben! Im Schnee sind sie so perfekt getarnt. Dieses Phänomen wird hormonell gesteuert. Die Veränderung von braun zu weiß beginnt bereits im Herbst. Beispiel Hermelin: Tiefe Temperaturen verhindern die Bildung eines Hormons, das die Einlagerung von Farbstoffen in das Fell steuert. Das Resultat: das Tier wird weiß – aber nur, wenn es auch wirklich kalt wird. Beispielsweise auf den eher milden britischen Inseln verfärbt sich das Fell der Hermeline nur kaum oder partiell.
Für die Rückverwandlung vom weißen zum braunen Hermelin scheint übrigens nicht die Temperatur, sondern die Lichteinwirkung eine Rolle zu spielen. Wenn die Tage länger werden, kehrt die braune Farbe ins Fell zurück.

Vom Vorrat leben

„Für schlechte Zeiten“ … diesen Spruch kennen wir alle in Bezug auf Vorratshaltung. Notwendig war sie in den letzten Jahrzehnten für die Menschen in unserem Land nicht wirklich. Bei einigen Wildtieren, die im Winter aktiv bleiben, spielt diese Vorratshaltung jedoch eine wichtige Rolle. So legt sich das Eichhörnchen verschiedene Depots an, die es im Lauf des Winters aufsucht und leer futtert.
Seinen Vorrat direkt vor Ort hat der Feldhamster. Er „hamstert“ im Herbst so viel Essbares ein und lagert es direkt in seinem Bau, so dass er ihn den ganzen Winter nicht verlassen muss.

Einen Gang zurückschalten

Entschleunigung des Lebens ist das, was vor allem wechselwarme Tiere wie Frosch, Schnecke, Eidechse oder Fisch im Winter praktizieren. So gräbt sich der Frosch in den Schlamm des Teiches ein, der ihn vor der Kälte schützt. Mit abnehmenden Temperaturen verfällt er in eine Art Winterstarre. Wenn es wärmer wird, wärmt sich auch sein Körper wieder auf und die Bewegungsfähigkeit kehrt zurück. Der Karpfen verbringt den Winter auf dem Grund des Teiches, ebenfalls im Schlamm vergraben.
Eidechse und Schnecke „buddeln“ sich in Laub oder Erde ein. Dabei macht die Schnecke außerdem nach außen hin alle „Schotten dicht“, indem sie den Eingang ihres Schneckenhauses mit einem Kalkdeckel verschließt.
Dem Braunbären sagt man nach, dass er Winterschlaf hält. Bär und Winterschlaf gelten gemeinhin als Synonyme. Das ist aber nicht ganz richtig. Gut gepolstert mit einem dicken Speckgürtel, den er sich zuvor angefressen hat, zieht sich der Braunbär zwar in seine Höhle zurück und schläft viel. Zwischendurch jedoch wacht er auf und geht sogar ins Freie.

Tiere im Winter

Einfach schlafen

Die kalte Jahreszeit komplett verschlafen – das ist die Winter-Strategie von Igel, Murmeltier und Fledermaus. Sie haben sich zuvor einen guten Speckvorrat angefressen und verabschieden sich im Winter einfach für mehrere Monate von der Welt. Von Oktober bis März schlafen sie in ihren Höhlen.

Neues Leben gebären

Von wegen Bär und Winterschlaf. Zumindest das Bärenweibchen hat im Winter jede Menge zu tun. Mitten in der kalten Jahreszeit bringt die Bärin ihre Jungen zur Welt. Sie ist damit das einzige Säugetier, das während seiner Winterruhe den Nachwuchs gebärt.
Nachwuchs gibt es zu dieser Jahreszeit auch bei vielen anderen Wildtieren – beispielsweise dem Feldhasen. Bereits ab Februar kommen die kleinen Hasen zur Welt, bis zu fünf Stück in einem Wurf. Hasen sind übrigens so genannte Nestflüchter, was bedeutet, dass sie – anders als die Kaninchen, mit denen sie oft verwechselt werden – direkt nach der Geburt bereits sehen und sich bewegen können.

Wo sich Hase und Fuchs …

Auch der Rotfuchs ist im Winter aktiv. Während der Hase jedoch bereits den ersten Nachwuchs bekommen hat, ist der Fuchs noch damit beschäftigt, für die Fortpflanzung seiner Art zu sorgen. In dieser Hinsicht hat es der Fuchsrüde ein wenig schwer, denn er kommt nur einmal im Jahr beim Weibchen zum Zuge – und das auch nur für kurze Zeit. Lediglich 2–3 Tage ist die Füchsin empfänglich. Nach einer Tragezeit von 50 Tagen kommt der Fuchs-Nachwuchs dann meist erst im April zur Welt.
„Ich bin schon da“ – an diesem vielzitierten Hasenspruch gegenüber seinem Erzfeind Reineke Fuchs ist also tatsächlich was dran, zumindest, was den Nachwuchs betrifft.

Text: Sylvia Kleimann

             
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