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Prophylaxe - der einzig richtige Weg in der Zahnheilkunde

am 26. Juli 2009

Johann Wolfgang von Goethe hatte zeitlebens immer wieder unter heftigen, schmerzhaften Zahnerkrankungen zu leiden. Er war 74 Jahre alt und fast zahnlos, als er im Jahre 1823 im böhmischen Marienbad um die 17-jährige Ulrike von Levetzow warb – erfolglos, wie wir alle wissen. Waren in diesem Fall die Zähne oder, besser gesagt, ihr Nichtvorhandensein mit ein Grund für die dankende Ablehnung des Fräulein von Levetzow? Wir kennen den wahren Grund nicht, aber zweifellos hätte der Herr Geheimrat mit Zähnen bessere Aussichten gehabt, weil er eine bessere Ansicht geboten hätte.

Zwei Beispiele unter vielen, bei denen prominente Menschen Beeinträchtigungen ihres Lebensgefühls, ja vielleicht sogar ihres Lebensglücks durch kranke Zähne erfahren haben. Aber uns normal Sterblichen geht es nicht anders. Kranke Zähne sind schon eine Plage.

Nicht nur der Schmerz an sich kann die Daseinsfreude erheblich beeinträchtigen, auch die Behandlung solcher Zustände ist oft wenig komfortabel, zudem häufig zeitaufwändig und nicht selten kostspielig. Doch auch bei noch so großem Wiederherstellungsaufwand resultiert am Ende ein Ergebnis, das in Funktion und Ästhetik hinter dem natürlichen Vorbild deutlich zurückbleibt.
Nun leben wir glücklicherweise in einer Zeit, in der die Qualität der Zahnbe-handlung und ihr Resultat gegenüber früheren Epochen große Fortschritte gemacht hat – zahnlos muss heutzutage und hierzulande niemand mehr sein Dasein fristen.
Aber sollte es wirklich das vorrangige Ziel der Zahnheilkunde sein, mit immer mehr zahnärztlichem Wissen und handwerklichem Können unter Einsatz von High Tech wie Computer, Mikroskop oder Laser Strukturen zu reparieren, die in ihrer natürlichen Vollkommenheit letztlich unerreichbar bleiben? Da muss es doch noch einen anderen Weg zur Zahngesundheit geben.

Es gibt diesen Weg tatsächlich, zudem einen verblüffend einfachen, und die simple Lösung des Problems heißt: Zahnmedizinische Intensivprophylaxe.
Gesunde, schöne Zähne – und zwar die eigenen, und das ein Leben lang. Das ist kein Wunschdenken oder zukunftsfernes Menschheitsziel, sondern machbar im Hier und Jetzt für nahezu jeden von uns.
Wir alle können unsere Zähne behalten. Spätere Zahnlosigkeit wird uns nicht quasi schon „in die Wiege gelegt”, denn niemand kommt mit Karies oder der genetischen Anlage dazu auf die Welt.

Seit vielen Jahrzehnten wissen wir, wie Karies und die entzündlichen Erkrankungen des Zahnfleisches (Parodon-tose) entstehen.
Es ist das komplizierte Zusammenspiel einiger Faktoren wie Ernährung, Mundhygiene, bakterieller Belag (Plaque) und Einwirkungszeit, die für das Entstehen von Zahnerkrankungen verantwortlich sind.
Der Zahnarzt kann durch die Inspektion der Mundhöhle das Ausmaß an Karies und Parodontose erkennen und durch spezielle, weiterführende Untersuchungen z. B. des Speichels möglicherweise versteckte Risikofaktoren aufspüren, denn nicht jeder Mensch hat ein gleich großes Risiko, an Karies oder Parodontose zu erkranken.
Aber auch die Menschen, die aufgrund einer besonderen Disposition das unverdiente Pech haben, besonders leicht Zahnschäden zu bekommen, müssen das nicht als unabänderliches Schicksal hinnehmen.
Wir kennen heute in der Zahnerhaltungskunde die auslösenden Faktoren und können sie gezielt bekämpfen und ausschalten. Vorbeugung heißt das Zauberwort oder Zahnmedizinische Intensivprophylaxe.
Schon als Kind lernen wir, dass das Zähneputzen wichtig ist, mindestens zwei Mal täglich ca. 3 Minuten nach den Mahlzeiten mit Zahnbürste und Zahncreme. Die Zahnbürste sollte intelligent konzipiert sein und die Zahncreme Fluoride enthalten, damit der Zahnschmelz gehärtet wird. So weit, so gut, aber jetzt wird es ein wenig komplizierter.

Bei Kindern sieht die Prophylaxe anders aus als beim Erwachsenen.
Kinder brauchen eine besondere Anleitung, damit sie das richtige Putzen lernen, und sie benötigen zusätzlich Fluoride in Form von Tabletten oder als Beigabe zum Kochsalz, um den noch im Aufbau befindlichen Zahnschmelz des bleibenden Zahnes widerstandsfähig zu machen.
Erwachsene Menschen benötigen ein zusätzliches Mittel zur effektiven Reinigung ihrer Zähne: die Zahnseide oder die Zwischenraumbürste, denn die Zahnbürste allein schafft es nicht, die Problemzonen der Zahnreihe zu säubern. Selbst Zahnärzten gelingt es nicht, die eigenen Zähne mit all ihren Nischen und Ecken so gründlich zu reinigen, dass die gefährlichen bakteriellen Beläge vollständig beseitigt werden.

Sie benötigen, wie jeder andere Mensch auch, als Ergänzung zur häuslichen Zahnpflege von Zeit zu Zeit die professionelle Zahnreinigung in der Prophylaxepraxis.
Speziell dafür ausgebildete Prophylaxeassistentinnen erzielen mit besonderen Reinigungsmethoden und speziellen Hilfsmitteln ein Maß an Zahnhygiene, wie es anderweitig nicht erreichbar ist.

Dahinter muss ein durchdachtes Behandlungskonzept stehen, damit für jedes Alter und für jedes persönliche Risikoprofil die richtige Vorsorge individuell angepasst wird.
Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel, das kennzeichnet die systematische Vorsorgepraxis des Prophylaxezahnarztes. So ist Zahnbehandlung garantiert schmerzfrei und der Besuch in der Prohylaxepraxis kann sogar Spaß machen. Vor allem, wenn man das Ergebnis sieht.
Dann haben Sie gut lachen, können der Welt die Zähne zeigen und sich obendrein das Geld für teure Kronen oder gar Implantate sparen.
Dr. Ulrich Zibelius

             
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