Thema: Genuss
Luxus pur...
am 26. Juli 2009
Zum „Dahinschmelzen”
Warum besitzt Schokolade diesen Sonderstatus unter den Süßwaren? Im Unterschied zu Bonbons, Karamell oder Gummibärchen enthält Schokolade mit der Kakaobohne einen ganz besonderen Grundstoff: “Kein zweites Mal hat die Natur eine solche Fülle der wertvollsten Nährstoffe auf einem so kleinen Raum zusammengedrängt wie gerade bei der Kakaobohne”, erkannte schon der Forscher Alexander von Humboldt.
Kenner bevorzugen deshalb auch so genannte Bitter-Varianten, in denen der Kakao-Anteil über dem des Zuckers liegt.
Die braune Bohne trumpft neben ihrer Aromavielfalt mit einer weiteren Besonderheit auf: Das aus ihr gewonnene Fett, die Kakaobutter, hat ihren Schmelzpunkt bei 37 Grad, also der Körpertemperatur. Deshalb zergeht Schokolade so angenehm im Mund. Selbst weiße Schokolade, die keinen Kakao enthält, ruft das schmeichelnde Gefühl zwischen Gaumen und Zunge hervor.
„Die Vielfalt des Angebots edler Schokoladen ist heute beeindruckend. Der Trend Schokolade entwickelt sich hin zu mehr Qualität, mehr Wissen, mehr Schmecken, mehr Genuss”, sagt die Autorin Jutta Gay, im Buch: „Schokolade ein Genuss”.
Kakao, eine tropische Frucht
Jahrtausendelang war Schokolade vor allem ein Getränk.
So verehrten ihn bereits die Olmeken um 1500 v. Chr. als Heiligtum und benutzten die Samen seiner Früchte als Zahlungsmittel. Die Maya und Azteken kultivierten den Baum und stellten aus Cacahuatl, den Kakaobohnen, Xocolatl her – was so viel wie bitteres Wasser bedeutet.
Der spanische Eroberer Herman Cortez brachte die Tradition nach Europa, allerdings in einer verfeinerten Variante.
Zimt, Vanille und Zucker machten das Getränk dem spanischen Adel schmackhaft.
Im 17. Jahrhundert etablierte sich heiße Schokolade als Prestigegetränk auch in anderen europäischen Ländern. Wer Schokolade schlürfte, gehörte zum Adel oder zum wohlhabenden Bürgertum, denn die Kakaopreise lagen weit über denen für Kaffee und Tee.
Im 19. Jahrhundert veränderte die Schokolade ihre Form. Dem Holländer Conrad Johannes van Houten gelang es, den Großteil des Fettes aus der Kakaobohne zu pressen. Der Effekt: Das Getränk ließ sich jetzt aus einem entölten Pulver zubereiten, das sich wesentlich besser auflöste. Es entstanden die ersten Schokoladenfabriken, in denen die ersten Schokoladentafeln hergestellt wurden.
Durch die Erfindung der Milchschokolade 1875 von den Schweizern Daniel Peter und Henri Nestlé, oder 1879 die Entwicklung des Conchierverfahrens durch Rudolphe Lindt wurde die Schokolade nach und nach verfeinert.
Dass bei der Herstellung gewisse Qualitätsstandards eingehalten werden, ist dem Reinheitsgebot der deutschen Schokoladenhersteller von 1876 zu verdanken. Es schrieb fest, dass neben Kakaobutter und dem Fett im Milchpulver keine Fremdfette zugesetzt werden und dass die Kakaomasse nicht durch Beimischungen wie Stärke und Mehl verunreinigt wird.
Falls Sie beim Lesen Lust bekommen haben sich selbst einmal an der süßen Verführung zu versuchen, haben wir hier ein Rezept für Sie:
Buttertrüffel
Zutaten:
70 g Butter
150 ml Sahne
40 g Zucker
300 g Vollmilchkuvertüre
Zucker zum Wälzen
Pergamentpapier
Butter, Sahne und Zucker bei milder Hitze aufkochen. Grobgehackte Kuvertüre in der heißen Flüssigkeit schmelzen. Im Kühlschrank abkühlen aber nicht erstarren lassen. Die spritzfähige Masse in die Spritztüte mit Lochdüse füllen und auf das Pergamentpapier Tupfer spritzen. Diese mit kühlen Händen rasch zu Kugeln rollen und in Zucker wälzen. Anschließend im Kühlschrank erstarren lassen.
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