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Thema: Garten
Frühlingsboten - sie zeigen sich von der schönsten Seite
am 10. Januar 2012
Kalter Wind blässt uns noch um die Nase und ohne Handschuh und Mütze hält man es in den kalten Wintertagen nicht lange draußen aus. Bei so einer kalten Witterung vermutet man kaum, dass hier und da die ersten Boten uns den Frühling aufzeigen. Sie trotzen den Minusgraden und zeigen sich ab Dezember von ihrer schönsten Seite.
Zaubernuss
Die Zaubernuss (Hamamelis) öffnet je nach Sorte ihre Blütenblätter manchmal schon im Herbst, andere Sorten lassen sich Zeit bis zum Dezember/Januar. Ob in leuchtend Gelb oder Feuerrot, die Zaubernuss hat für jeden Geschmacks- typ etwas. An einem sonnigen Standort leuchten die Blüten in den Wintertagen besonders schön. Sie gedeiht aber auch noch im leichten Schatten, hier fallen die Blüten dann allerdings ein wenig kleiner aus und die Herbstfärbung, die sonst ein prachtvolles Farbspiel offeriert, begnügt sich dann mit einem schlichten Gelb. Damit die Zaubernuss voll zur Geltung kommt, sollte sie unbedingt frei stehen und nicht von anderen Gehölzen bedrängt werden. Die Sorten „Feuerzauber“, „Jelena“ und „Pallida“ verströmen obendrein noch einen herrlich süßen Duft.
Neben der Verwendung als Ziergehölz hat die im Herbst blühende Zaubernuss Hamamelis virginiana auch eine Bedeutung in der Pharmazie. Sie liefert eine viel gebrauchte, adstringierende (zusammenziehende) und kühlende Lotion.
Am besten platzieren Sie die Zaubernuss in der Nähe Ihrer Terrasse, so dass Sie sie vom Wohnzimmerfenster aus bewundern können.
Kamelie
Die Kamelie ist nicht ganz so hart im Umgang mit den Nachtfrösten. Scharfe kalte Ostwinde führen bei ihr schnell zu leichten Erfrierungen. Vor Winden geschützt übersteht sie dennoch Minusgrade bis ca. -5 Grad Celsius unbeschadet, kurzfristig auch mal darunter. Ihre Blüten erinnern an die einer Rosenblüte, besonders die intensiv rot gefärbten. Es gibt sie noch in den Farben Weiß, Rosa, und Lachs. Die Blütezeit beginnt, je nach Witterung, im Januar und kann sich bis in den März hinein ziehen.
Ihr Laub ist ledrig glänzend, immergrün und wirkt sehr gesund. Kamelien wirken sehr dekorativ im hellen Tontopf und das nicht nur zur Blütezeit. Im Topf sollten sie jedoch einen frostfreien Überwinterungsplatz bekommen, damit sie unbeschadet über den Winter kommen.
Winterschneeball
Die Blüten des Winterschneeballs (Viburnum bodnantense „Dawn“) geben sich erst bei -15 Grad Celsius geschlagen. Eigentlich kann man ihn auch nicht wirklich als Frühlingsboten betrachten, da er bereits schon im Oktober/November seine ersten Blüten öffnet. Im Dezember und Januar legt er eine kurze Pause ein, um dann im März nochmal alles zu geben. Die trompetenförmigen Blüten blühen rosa auf und gehen dann ins weiß-rosa über. Wegen seines intensiven lieblichen Dufts sollte der Winterschneeball möglichst nah am Hauseingang stehen, dann können Sie jedesmal, wenn sie das Haus verlassen, den Frühling riechen.
Winter-Jasmin
Der echte Winter-Jasmin ist ein so genannter Spreizklimmer. Wenn er denn nicht als Bodendecker fungieren soll, benötigt er ein Rankgerüst oder einen alten Baum, wo er seine 70 -90 cm langen Jahrestriebe spreizen kann. Am Anfang sollten Sie ihm ein bisschen beim Klettern behilflich sein.
Seine gelben Blüten erinnern an die einer Forsythie, nur dass der Jasmin bereits schon im Januar zu blühen anfängt und das bis in den April hinein andauert. Auch seine Blüten wiederstehen den harten Nachtfrösten. Schön wirkt der Winterjasmin, wenn er über nach Süden ausgerichtete Mauerkronen herab hängt, dann zeigt er seine wahre Blütenpracht. Übrigens, wenn Sie die Zweige im Dezember schneiden, erhalten Sie einen ausgefallenen Vasenschmuck im Winterstrauß.
Matthias Lang, Natur & Design
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