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Viel Glück
am 12. Januar 2010
Der Wunsch für jedes neue Jahr
Viel Glück ist der am häufigsten ausgesprochene Wunsch, wenn ein neues Jahr beginnt. Glücklich zu leben, ohne Krankheit, ohne Geldsorgen im Einklang mit sich selbst, ist ein Traum seit Menschengedenken. Im Laufe der Zeit bedient sich Glaube/Aberglaube der Hilfsmittel Glückssymbole. Aber auch Hirnforscher und Psychologen forschen und setzen sich vermehrt mit dem Phänomen Glück auseinander.
Glücksforschung
Unter den Wissenschaften ist die vom Glück noch ziemlich jung. Forscher haben sich die Mühe gemacht, alle wissenschaftlichen Arbeiten über Emotionen der letzen 40 Jahre zu zählen. Auf 18 Studien über negative Gefühle wie Angst, Wut oder Depressionen kommt eine über Glück, Freude und Wohlbefinden.
In der Neurobiologie hat die Erforschung des Glücksgefühls in den vergangenen fünf Jahren gewaltige Fortschritte gemacht. Heute kennt man die neuronalen Strukturen, die an Glückserlebnissen beteiligt sind. Tief im Mittelhirn sitzt eine kleine Ansammlung von Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren und ins Frontalhirn weiterleiten. „Der Ort im Mittelhirn trägt den wenig klangvollen Namen A 10“, so der Ulmer Hirnforscher Manfred Spitzer.
Wenn etwas eintritt, was besser als erwartet ist, führt der Botenstoff Dopamin dazu, dass wiederum opiumartige Botenstoffe – Endophine – produziert und ausgeschüttet werden. Diese bewirken das augenblickliche Glücksgefühl eines besonders guten Ereignisses. Unser Glückssystem ist also gar nicht auf Dauerbetrieb angelegt. Gewöhnung sorgt dafür, dass wir uns nicht allzu lange glücklich fühlen. Beim Modul unseres Gehirns für Glückserlebnisse geht es nicht um dauerndes Glück, es geht vielmehr um dauerndes Streben nach Glück.
Glückssymbole
Gefühle wie das Glück „sind der Klebstoff, der uns zusammenhält“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Was liegt da menschlich näher, als dem Glück ein wenig nachzuhelfen. So entwickelten sich seit vielen Jahrhunderten Glückssymbole, die – Aberglauben hin und her – durchaus nicht ohne Wirkung bleiben, wenn der Glaube auch nur mit „kann ja nicht schaden“ abgetan wird.
Das Kleeblatt
gilt als eines der ältesten Glücksbringer. Nach Wiesenklee mit vier Blättern sollen sich die Menschen vor 2000 Jahren gebückt haben. Für die Kelten war der vierblättrige Klee ein Schutzzeichen. Auch Christen glauben, dass vierblättriger Klee Glück bringt. Für sie zeigen die vier Blätter das Kreuz Christi.
Der Glückspfennig
Der „Glückspfennig“ heißt heute sicher „Glückscent“. Dem Glauben an die positive Wirkung tut es sicher keinen Abbruch. Findet man ihn auf der Straße, soll sich das Geld im Portemonnaie vermehren. Wenn man einen Glückscent verschenkt, dann wünscht man dem Beschenkten, dass ihm niemals das Geld ausgehen soll.
Das Hufeisen
Auch das Hufeisen ist ein althergebrachtes Glückssymbol. Dem Finder bringt es Glück. Über Haus- oder Stalltür genagelt ,bewahrt es Mensch und Tier vor Üblem. Wichtig, dass die Öffnung nach oben zeigt, da sonst das Glück heraustropft. Seit die Griechen das Beschlagen der Pferde erfanden, gilt das Hufeisen bei fast allen Völkern als Glücksbringer.

Schornsteinfeger
Es soll schon reichen, wenn man einfach so, auf der Straße, einem Schornsteinfeger begegnet. Das allein soll schon richtig viel, viel Glück bringen. Der Hintergrund, dass der Schornsteinfeger zum Glücksbringer wurde, ist im Mittelalter zu suchen. In den engen Gassen schützte ein gut gefegter, gereinigter Schornstein vor den gefürchteten Brandkatastrophen.
Das Glücksschwein
Es gelten die rosigen Hausschweine von jeher als Glücksbringer. Auch dieser Glaube kommt aus dem Mittelalter. Wer ein Schwein besitzt, ist reich, so dachte man damals. Das Futter kostete nicht viel, und seine vielen Nachkommen, die Ferkel, konnte man teuer verkaufen oder mästen und schlachten, Wurst, Fleisch und Schinken verkaufen. Mit einem Schwein und seinen Nachkommen konnte man reich werden. Aus diesem Gedanken heraus ist dann auch das Sparschwein erfunden worden. Erst wird es gefüllt – gemästet – und dann geschlachtet.
Glücksstreben
Jeder Mensch wünscht sich Glück, dennoch bedeutet es für jeden etwas anderes und kann viele Gesichter haben: Das stete Glück durch eine stabile Beziehung in Familie und Partnerschaft, das kleine Glück durch das nette Lächeln eines Fremden, der erste Schluck Kaffee am Morgen oder das rauschhafte Glück der Verliebtheit.
Glücksgefühle fördern nicht nur das Wohlbefinden der Menschen, sie stärken darüber hinaus auch das Immunsystem. Menschen, die sich als überwiegend glücklich bezeichnen, so fanden die Forscher heraus, überstehen Stresssituationen wesentlich besser. Das Hormon Kortisol, das u. a. Depressionen, Gefäßkrankheiten und Diabetis begünstigt, ist in relativ geringer Menge bei Stress in ihrem Blut zu finden.
Glück ist für ein langes Leben ebenso bedeutsam wie eine gesunde Lebensweise, so der Hirnforscher Manfred Spitzer. Außerdem seien glückliche Menschen geistig gesünder, weniger egoistisch und weniger aggressiv. Da Glück überdies ansteckend ist, wie eine Harvard-Studie herausgefunden hat, ist das Streben nach Glück keineswegs so selbstsüchtig, wie man vermuten könnte.
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